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Blog · Werkstattbericht · 15. Oktober 2026 · Christian

Wenn die eigene Webseite verschwindet

Eigentlich wollte ich nur bequemer veröffentlichen. Stattdessen habe ich madmaker.de ein paar Stunden lang in eine sehr minimalistische Webseite verwandelt: Es war nämlich nichts mehr da.

Stilisiertes Browserfenster mit madmaker.de und einer großen 500, darunter „Seite gerade im Umbau“, daneben Zahnräder und ein ausgesteckter Stecker.

Eine kleine Verbesserung. Dachte ich.

Bisher lief das Aktualisieren von madmaker.de so: Projekt packen, ZIP hochladen, Daumen drücken. Das funktioniert, fühlt sich aber an wie ein Faxgerät mit Bluetooth-Aufkleber. Also wollte ich modernisieren. Künftig sollte jede Änderung automatisch aus meinem privaten GitHub-Repository auf den Server wandern. Ein Klick, fertig, Profi.

Spoiler: Der Profi war an diesem Tag nicht im Haus.

Ersetzen ist das neue Löschen

Bei der Umstellung wurde die bestehende Node.js-App auf madmaker.de nicht ergänzt, sondern ersetzt. „Ersetzt“ klingt nach Aufrüsten. Gemeint war leider: weg. Mit ihr verschwanden die Umgebungsvariablen, also all die kleinen Einstellungen, die einer Webseite sagen, wie sie Mails verschickt und wo ihre Daten liegen. Die Datenbank hat sich solidarisch gleich mit verabschiedet.

Vom 14. auf den 15. Oktober 2026 war madmaker.de deshalb einige Stunden nicht erreichbar. Wer in dieser Zeit vorbeischauen wollte: Entschuldigung. Es lag nicht an Ihnen. Es lag ziemlich eindeutig an mir.

Wiederaufbau mit Bordmitteln

Die gute Nachricht: Der Code war nicht verloren. Er lag vollständig im privaten GitHub-Repository. Immerhin eine Sache hatte ich also richtig gemacht, wenn auch eher aus Versehen. Von dort habe ich alles neu aufgebaut:

  • eine neue App beim Hoster angelegt und mit dem Repository verbunden,
  • eine neue Datenbank eingerichtet und die Tabellen neu angelegt,
  • alle Einstellungen von Hand neu eingetragen, mit der Konzentration eines Menschen, der gerade gelernt hat, was passiert, wenn man es nicht tut,
  • danach Mailversand, Chatbot und Filamentbestand einzeln getestet.

Zwischendurch wollte der Server noch eine Grundsatzdiskussion führen: Programmbausteine, die beim Bauen eindeutig vorhanden waren, existierten beim Starten angeblich nicht. Ein Schrödinger-Server sozusagen. Auch das ist geklärt. Am 15. Oktober 2026 lief wieder alles.

Was ich daraus mitnehme

Erst sichern, dann umbauen. Vor jeder Umstellung gehört eine aktuelle Sicherung von Daten und Einstellungen auf den Tisch. Nicht danach, nicht „gleich“, sondern vorher. Ich weiß, wie offensichtlich das klingt. Ich wusste es vorher auch.

Zugangsdaten gehören nicht in Screenshots oder Chats. Wer im Eifer des Gefechts schnell ein Bildschirmfoto der Einstellungen macht, um es jemandem zu zeigen, verteilt im Zweifel seine Schlüssel gleich mit. Passwörter bleiben dort, wo sie hingehören, und wenn doch etwas durchgerutscht ist, werden sie geändert.

Ein Backup, das man noch nie zurückgespielt hat, ist keins. Es ist eine Hoffnung mit Dateiendung. Erst wenn man einmal ausprobiert hat, ob sich daraus wirklich alles wiederherstellen lässt, weiß man, ob es im Ernstfall trägt.

Fazit

Die automatische Auslieferung läuft jetzt, und sie ist tatsächlich bequemer. Der Weg dahin war nur lehrreicher als bestellt. Wenn ich das nächste Mal „nur kurz etwas umstelle“, steht die Sicherung vorher auf dem Tisch. Das verspreche ich hiermit öffentlich, damit ich mich später nicht herausreden kann.