Zurück zum Blog

Blog · Werkstattbericht · 30. Oktober 2026 · Christian

Laser und H2D: Warum getrennte Geräte die bessere Wahl sind

Der H2D kann per Zusatzmodul auch lasern. Ich lasere trotzdem lieber getrennt. Warum, zeigen 49 Betriebsstunden Laserrauch an meinem xTool S1 und das, was Bambu Lab selbst zu Rauch, Reinigung und Achsen schreibt.

Lüftergitter eines Lasermoduls mit schwarzen und bräunlichen Rückständen nach 49 Betriebsstunden.

Die Frage, die ich mir selbst gestellt habe

Der Bambu Lab H2D kann mit einem Zusatzmodul auch lasern. Ein Gerät für alles, weniger Platz, weniger Kabel, weniger Gefühl, dass die Werkstatt langsam eine Werkstatt wird. Klingt vernünftig. Ich habe mich trotzdem dagegen entschieden und lasere an einem eigenen Gerät, dem xTool S1.

Vorab die ehrliche Einordnung: Ich habe den Laser nie am H2D betrieben. Die Fotos in diesem Beitrag zeigen meinen xTool S1 nach 49 Betriebsstunden. Genau deshalb sind sie aber das beste Argument, das ich habe: Sie zeigen, was Laserrauch mit einer Maschine macht. Und danach wollte ich ihn nicht in dem Gerät haben, das präzise Linearführungen und Spindeln hat.

Was 49 Betriebsstunden Laser hinterlassen

Beim Lasern von Holz, MDF und ähnlichen Materialien entsteht Rauch. Der lässt sich absaugen, aber nie ganz. Was übrig bleibt, ist kein loser, trockener Staub, den man wegpustet, sondern ein bräunlicher Belag, der an allem haftet.

Kühlrippen des 40-Watt-Lasermoduls, verklebt mit braunem Belag.
Die Kühlrippen des 40-W-Lasermoduls. Die Zwischenräume sind zu, nicht nur dreckig.
Lüftergitter des Lasermoduls mit schwarzen und bräunlichen Rückständen rund um die Schlitze.
Das Lüftergitter vor der Reinigung. Dort, wo die Luft durchgeht, bleibt der Belag hängen.
Geöffnetes Lasermodul: Kühlkörper, Platine und Kabel mit zähem, bräunlichem Belag überzogen.
Geöffnetes Modul: Kühlkörper, Platine und Kabel sind mit einem zähen Belag überzogen.
Lüfter im Geräteinneren, die Lüfterflügel sind dick mit braunem Belag überzogen.
Der Lüfter im Gerät. Die Flügel sind nach 49 Stunden dick belegt.

Die Reinigung war entsprechend: Schraubendreher, Wattestäbchen, Tücher, Feuchttücher und ein Gebläse. Man sieht es am Ergebnis.

Haufen benutzter Wattestäbchen und Tücher, schwarz und braun verschmutzt.
Das Ergebnis einer Reinigungsrunde. Wattestäbchen sind danach keine Wattestäbchen mehr.

Die komplette Bildserie liegt unter Reinigung & Wartung.

Und jetzt die Achsen

Beim S1 landet der Belag an Lüftern, Kühlrippen und Gittern. Das sind Teile, die dafür gebaut sind, mit Luft und Schmutz zu leben, und die man zum Reinigen gut erreicht.

Beim H2D sind die empfindlichen Stellen andere: die Z-Spindeln mit ihrem Schmierfett, die Linearführungen und Rods mit ihrem Öl. Hier kommt meine Überlegung, und die ist ausdrücklich kein Messergebnis: Ein klebriger Rauchbelag haftet auf einer fettigen Oberfläche besonders gut. Aus Schmiermittel und Rauchpartikeln wird eine zähe Paste, die genau dort sitzt, wo sich etwas bewegen soll. Ob und wie schnell das passiert, habe ich nicht getestet. Ich möchte es auch nicht ausprobieren.

Was Bambu Lab selbst schreibt

Ich verlasse mich dabei nicht nur auf mein Bauchgefühl. Im Wartungs-Wiki zum H2 steht sinngemäß:

  • Laserbetrieb verschmutzt den Drucker stärker als reiner 3D-Druck, deshalb braucht es häufigere Wartung.
  • Ein Teil des Rauchs bleibt im Gehäuse. Innenwände, Frontklappe, Seitenpaneele, Kameras, Flammensensoren und die Markierungen der Laserplattform verschmutzen schneller und müssen regelmäßig abgewischt werden.
  • Die sieben Kammer-Abluftgitter und der Aktivkohlefilter lassen sich ausbauen und reinigen. Bei Ölrückständen sollen die Intervalle verkürzt werden.
  • Die normale Pflege der Achsen ist ohnehin schon fällig: Y- und Z-Linearführungen und Rods alle drei Monate reinigen und ölen, die X-Achse monatlich, die Z-Spindeln alle drei Monate reinigen und fetten.

Dass die Achsen durch Laserrauch zusätzlich leiden, schreibt Bambu so nicht. Das ist der Teil, der auf meiner eigenen Überlegung beruht. Die übrigen Punkte stammen aus dem Wiki, Stand Oktober 2026. Maßgeblich ist dort immer der aktuelle Stand.

Auch in der Sicherheitsanleitung zum Laser steht etwas, das mir zu denken gibt: Während des gesamten Laserbetriebs soll jemand anwesend sein, der den Not-Aus drücken kann, und ein CO₂-Feuerlöscher in Reichweite stehen. Ein H2D druckt aber gern 30 Stunden am Stück, auch nachts. Als Laser geht das nicht.

Warum getrennte Geräte für mich besser sind

  • Der Schmutz bleibt, wo er hingehört. Der Laserdreck sammelt sich in der Maschine, die für Rauch und Absaugung gebaut ist, und nicht im Drucker mit Spindeln, Kameras und Sensoren.
  • Beide Geräte laufen gleichzeitig. Der H2D druckt, während der S1 graviert. Mit einer Maschine für beides heißt es entweder oder.
  • Weniger Putzfläche. Wenn der Laser dreckig ist, reinige ich ein Modul und ein Gehäuse, nicht einen ganzen Drucker samt Kamera und Flammensensoren.
  • Unterschiedliche Aufsicht. Der Laser braucht mich daneben. Der Drucker darf über Nacht arbeiten.

Das ist meine Entscheidung für meine Werkstatt. Wer nur gelegentlich lasert, die Abluft sauber nach draußen führt und nach jedem Auftrag wischt, kann mit der Kombination gut leben. Platz und Budget sind echte Argumente. Wer wie ich Holz und MDF in Serie lasert, bezahlt in Putzzeit.

Falls du es trotzdem am H2D machst

  • Abluft nach draußen führen oder einen Rauchreiniger nutzen, wie von Bambu Lab empfohlen.
  • Nach jedem Auftrag Innenraum, Kameras und Sensoren abwischen, nicht erst nach Wochen.
  • Linearführungen und Z-Spindeln öfter kontrollieren, als der Plan verlangt, und bei Belag früher reinigen und neu schmieren.
  • Nie unbeaufsichtigt lasern und keine unbekannten Materialien verwenden.

Weiterlesen